Glaube im Mittelpunkt an internationalen Klimagesprächen

8. November 2016: Eröffnungsprozession eines ökumenischen Gottesdienstes zum Thema „Gebet für den Planeten“ in der römisch-katholischen Kirche der heiligen Märtyrer in Marrakesch im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Marokko. Die Delegierten des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pascal Kama, 31, Generalsekretär der Lutherischen Kirche Senegals (rechts) und Caroline Bader, 31, LWB-Jugendsekretärin (links), tragen Erde, respektive Blumen. Bild: Ryan Rodrick Beiler/LWB.

Pressemitteilung Nr.: 16/40
November 2016
Brüssel

Vor einem knappen Jahr wurde das lange verhandelte Pariser Abkommen von 195 Staaten angenommen. Letzte Woche trat es in Kraft und läutete damit eine neue Zeit des koordinierten globalen Handelns im Kampf gegen den Klimawandel ein.

In den kommenden zwei Wochen werden sich an der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP22) in Marrakesch (Marokko) die Parteien des Abkommens auf dessen Umsetzung konzentrieren, insbesondere im Zusammenhang mit der Anpassung an den Klimawandel, dem Umgang mit Verlusten und Schäden und dem Kapazitätsaufbau unter nichtstaatlichen Akteuren. KEK-Studienreferent und Sekretär des Europäischen Christlichen Umweltnetzwerks, Peter Pavlovic, ist als Teilnehmer der Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen in Marrakesch.

Zu den für den Klimagipfel geplanten Handlungen von religiösen Organisationen und der Zivilgesellschaft gehört die Übergabe einer interreligiösen Erklärung zum Klimawandel, die heute, am 10. November, stattfindet. Die Erklärung enthält zahlreiche Aufrufe an die internationale Gemeinschaft, wie die Verlagerung der Finanzierung von fossilen zu erneuerbaren Brennstoffen sowie eine besondere Berücksichtigung der Menschenrechte, inklusive größerer Aufmerksamkeit für die Rechte indigener Völker, Geschlechtergerechtigkeit und Lebensmittelsicherheit.

Die Erklärung betont auch die inspirierende Rolle, die religiöse Gemeinschaften in Zeiten der Veränderungen in der Vergangenheit gespielt haben. „Wir müssen uns zu neuen Arten des Lebens verpflichten, die die dynamischen Beziehungen zwischen allen Formen des Lebens respektieren.“ Die religiösen Führungspersönlichkeiten richten sich sowohl an Politiker und Politikerinnen, als auch an Glaubensgemeinschaften, und fordern diese auf, die Veränderungen, die zum Schutz unseres Planeten nötig sind, willkommen zu heißen. Dazu gehört auch der Abzug der Investitionen von fossilen Brennstoffen sowie eine gerechte Umstellung auf erneuerbare Energien.

KEK-Generalsekretär Pater Heikki Huttunen und KEK-Präsident Bischof Christopher Hill gehören zu den hochrangigen Befürwortern der interreligiösen Erklärung.

„Die Unterzeichnung der interreligiösen Erklärung weit abseits zwischen dem globalen Süden und Europa erinnert uns daran, dass kein Land eine Insel für sich ganz alleine ist. Wir leben alle zusammen, alle Nationen und alle Glaubensrichtungen, wir atmen die gleiche Luft, essen die gleichen Früchte der Erde und trinken aus demselben globalen Wasserbecher“, bemerkte Bischof Hill. „Als Kirchen sind wir ein Teil davon und beten und arbeiten deshalb weiterhin mit dem Pariser Abkommen, durch Marrakesch und darüber hinaus.“

„Die gemeinsamen Bemühungen der Menschen, den Klimawandel zu verlangsamen und dessen Konsequenzen einzuschränken, werden von Tag zu Tag unerlässlicher. Dieses Bewusstsein hilft uns, uns gegenseitig als Schwestern und Brüder einer gemeinsamen Menschheit zu sehen, die unsere Ängste, unser Fremdsein und unsere Feindbilder überwindet“, bemerkte Pater Heikki. „Dies ist eine spirituelle Übung, die Buße, eine Veränderung des Geistes und der Taten sowie eine Verpflichtung zur Gerechtigkeit gegenüber allen Kreaturen der Schöpfung mit einschließt. Inmitten so zahlreicher beunruhigender Nachrichten über Kriege und Bedrohungen durch Gewalt ist die Botschaft von Marrakesch eine Stimme der Hoffnung und der Ermutigung.“

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E-Mail: eeg@cec-kek.be
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Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ist eine Gemeinschaft von 115 orthodoxen, protestantischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirchen aus ganz Europa sowie von mehr als 40 nationalen Kirchenräten und assoziierten Organisationen. Die KEK wurde 1959 gegründet. Sie hat Büros in Brüssel und Straßburg.

 

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