Konferenz in Paris erörtert Thema Frieden aus verschiedenen Perspektiven

Auf der Friedenskonferenz der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) fanden am 11. September Forumsdiskussionen und Seminare statt, die sich aus unterschiedlichen Sichtweisen mit dem Thema Frieden auseinandersetzten. Referentinnen und Referenten aus verschiedenen christlichen Konfessionen sowie jüdischen und islamischen Traditionen trafen sich in Paris zur gemeinsamen Reflexion.

Mit der Konferenz wird das 60-jährige Bestehen der KEK gefeiert, dabei werden das Erbe und die Herausforderungen der Pariser Friedenskonferenz von 1919 ermittelt und gleichzeitig neue und kreative Wege der Friedenskonsolidierung gesucht.

Zu den Themen im Mittelpunkt der Konferenz gehörten das Vermächtnis des Westens im Nahen Osten, Populismus, Nachhaltigkeit und Wirtschaft, wichtige Elemente des interreligiösen Engagements sowie das Stärken der Praxis der Glaubensgemeinschaften bei der Friedenskonsolidierung. Die beiden Forumsdiskussionen befassten sich mit abrahamitischen Religionen und Friedensdialog sowie mit der Berufung Europas zum Frieden und der Bedeutung von Sicherheit und Frieden.

„In allen religiösen Traditionen ist die Gastfreundschaft von zentraler Bedeutung“, sagte Rabbiner David Rosen, internationaler Direktor für interreligiöse Angelegenheiten des American Jewish Committee.

„Deshalb spielt die interreligiöse Zusammenarbeit eine unverzichtbare Rolle, Menschen und Gemeinschaften unterschiedlichen Glaubens zu befähigen, ihre eigene religiöse Identität und ihr Zugehörigkeitsgefühl als Vehikel zu sehen, das zu einem konstruktiven Beitrag und zur Stärkung des Wohlergehens der Gesellschaft beisteuern kann“, sagte er weiter.

In einem Seminar über Populismus, Nachhaltigkeit und Wirtschaft sprach Pastor Tony Addy des Lutherischen Weltbundes über das Konzept der „Konvivenz“.

„Es ist wichtig, die sozioökonomischen Aspekte von Frieden und Konfliktprävention nicht zu vernachlässigen und sehr aufmerksam zu sein im Umgang mit dem täglichen Leben von Menschen und Gemeinschaften, die durch Nationalismus oder Populismus in einen Konflikt verwickelt werden könnten“, fügte Pastor Addy hinzu.

Oberkirchenrätin Antje Heider-Rottwilm von Kirche und Frieden sagte: „Alle, deren Gedanken tiefer gehen als die populistische Propaganda, sind sich bewusst, dass es Verbindungen gibt zwischen ungerechten wirtschaftlichen Beziehungen, weltweiter Ausbeutung, Korruption, Diktatur, Waffenherstellung und –export, zunehmendem Klimawandel, Fundamentalismus – und Migration.“

„In diesem Kontext nimmt die Europäische Union eine ambivalente Rolle ein. Mit einem traditionellen Profil als Friedensakteurin befasst sie sich heute zunehmend mit Sicherheitsfragen“, sagte sie weiter.

Weitere Referentinnen und Referenten waren der libanesische politische Wissenschaftler Prof. Khattar Abou Diab, Ziad El Sayegh des Rates der Kirchen im Nahen Osten, Seine Eminenz Metropolit Emmanuel von Frankreich des Ökumenischen Patriarchats, Pater Themistocles Hadjioannou der Kirche von Zypern, Seine Eminenz Dr. Mohammad Al-Sammak, Generalsekretär des nationalen Ausschusses für den christlich-muslimischen Dialog im Libanon, Seine Eminenz Mgr. Youssef Soueif, maronitischer Erzbischof auf Zypern als Vertreter der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union und Jan Oberg, Direktor der transnationalen Stiftung für Frieden und Zukunftsforschung in Schweden.

Auf der Friedenskonferenz der KEK versammeln sich über sechzig Vertreterinnen und Vertreter der KEK-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen aus ganz Europa.

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