Hoffnung nähren: Umweltnetzwerk feiert 20¬¬-jähriges Bestehen

Pressemitteilung Nr.:18/31
10. Oktober 2018
Brüssel

Auf seiner Vollversammlung vom 6. bis 10. Oktober in Katowice feierte das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN) 20 Jahre der Bewahrung der Schöpfung durch die Kirchen.

Das Umfeld im Süden Polens war ein angemessener Schauplatz für diesen Anlass, der sich mit dem Schnittpunkt zwischen wirtschaftlicher und ökologischer Gerechtigkeit befasste. Katowice liegt im Herzen von Polens Kohlen- und Stahlindustrie, und in nur ein paar Wochen wird in der Stadt die Konferenz der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (COP24) ausgerichtet. An der Eröffnungssitzung der Vollversammlung bemerkte ECEN-Sekretär Peter Pavlovic: „Es gibt zunehmend Zeichen der Hoffnung. Dazu gehören die Entwicklung eines Bewusstseins von Menschen weltweit, ein vermehrter öffentlicher Druck auf Politikerinnen und Politiker, eine wachsende Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen sowie eine sich verändernde Haltung zum Klimawandel in mächtigen Ländern.“

Der Polnische Ökumenische Rat half den Teilnehmenden, ins polnische Leben einzutauchen, dank Präsentationen zur Lage in Polen, einer Einladung zum Sonntagsgottesdienst sowie der Gastfreundschaft während des ganzen fünftägigen Anlasses.

Über 85 Teilnehmende aus 22 Ländern tauschten sich darüber aus, wie Kirchen auf ökologische Krisen reagieren. Die Versammelten wurden über lokale und nationale Projekte und Pilgerwege zur Weltklimakonferenz informiert und skizzierten eine Vision für das Umweltnetzwerk für die bevorstehenden Jahre. Kirchenvertretende drückten ihre Dankbarkeit für die Arbeit des Umweltnetzwerkes aus und betonten dessen wichtige Rolle für das christliche Leben in Europa. „Es sind die Veranstaltungen im Zusammenhang mit Umweltfragen, die unser Programm bestimmen werden, während wir als Konferenz Europäischer Kirchen unseren Blick in die Zukunft richten und die nächsten fünf Jahre planen“, sagte KEK-Generalsekretär Pater Heikki Huttunen.

In Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie von politischen Persönlichkeiten wurde das Ausmaß der globalen Krise betont, die alle Menschen, alle Geschöpfe und alle Ökosysteme betrifft. Jukka Uosukainen, Direktorin des Klimatechnologiezentrums und -netzwerks der Vereinten Nationen, sagte, die Herausforderung sei größer als je zuvor. „Der Wandel wird kostspielig sein und die Industrieländer werden viel geben müssen. Die moralische Verantwortung kann nicht ohne die religiösen Organisationen wahrgenommen werden.“ In weiteren Beiträgen wurden die tiefgreifenden Ungleichheiten angesprochen, sowohl im Kampf gegen den Klimawandel als auch in der durch ihn verursachten Not.

Der Paläontologe Mikael Fortelius der Universität Helsinki bemerkte, dass Menschen wie er Energiequellen im gleichen Ausmaß verbrauchten, wie die Indricotherien – ein ausgestorbenes Tier, das dreimal so groß war wie ein Elefant.

Theologische Beiträge brächten alternative Perspektiven und würden auch angesichts von schwierigen Realitäten zur Hoffnung ermutigen. Bischof Nicholas Holtan der Kirche von England nahm ein Stichwort von Patriarch Bartholomäus auf und sagte, „unsere Arbeit müssen wir gemeinsam und einander ergänzend tun. Gerecht leben ist eine freudige Antwort auf das Leben mit der Gabe der Schöpfung, und nicht eine Last“, fuhr er fort.

Pastor Henrik Grape des Ökumenischen Rates der Kirchen und Mitglied des ECEN-Befähigungsteams ermutigte zu „Hoffnung gegen Hoffnung“. Er erinnerte die Teilnehmenden an die zentrale Rolle, die die Glaubensgemeinschaften in einer Welt spielen, in der etwa 80 Prozent der Menschen sich mit einer religiösen Tradition identifizieren. „Glaube ist die Plattform der Ethik, die diese Arbeit trägt. Wir müssen die Hoffnung nähren und diese Arbeit weiterführen.“ Grape schloss seine Rede mit einem Zitat von Nelson Mandela: „Es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist.“

Zum Abschluss der Vollversammlung verfassten die Teilnehmenden eine Erklärung, in der zu weiteren Handlungen von Einzelpersonen, Kirchen und politischen Akteuren ermutigt wird, um gefährlichen Klimawandel zu verhindern und die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Das Europäische Christliche Umweltnetzwerk hat zum Ziel, unter sehr unterschiedlichen christlichen Traditionen Informationen und Erfahrungen im Bereich der Umweltarbeit auszutauschen und zu einem vereinten Zeugnis für die Bewahrung von Gottes Schöpfung zu ermutigen. In enger Zusammenarbeit mit der Konferenz Europäischer Kirchen befasst sich das ECEN mit Fragen zum Bedarf an Umweltengagement und der Antwort auf den Klimawandel. Für weitere Informationen, besuchen Sie ECEN.org.

Kontakt für weitere Informationen oder Interview-Anfragen:

Dr. Erin Green
Kommunikations-Koordinatorin
Konferenz Europäischer Kirchen
Rue Joseph II, 174
B–1000 Brüssel
Tel. +32 2 234 68 42
Fax +32 2 231 14 13
E-Mail: eeg@cec-kek.be
Website:
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Facebook: 
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Twitter: @ceceurope

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