Religion und Populismus: Europäische Kirchen kämpfen gegen politischen Missbrauch von Religion

Über 40 Teilnehmende versammelten sich in Spanien zur 5. jährlichen Sommerakademie über Menschenrechte, auf der die Schnittstellen zwischen Populismus und Religions- und Weltanschauungsfreiheit diskutiert wurden. Bild: KEK/Miguel Trigo Moran

Pressemitteilung Nr.: 18/24
13. Juli 2018
Brüssel

„Religiöser Pluralismus ist untrennbar mit demokratischen Gesellschaften verbunden und für deren Existenz unabdingbar. Der Staat muss sich unmissverständlich für Religions- und Weltanschauungsfreiheit verpflichten, doch notwendig ist auch gegenseitiger Respekt und Unterstützung seitens der religiösen und im Glauben verwurzelten Gemeinschaften.“

Zentrale Botschaft der 5. Sommerakademie über Menschenrechte

Vom 8. bis 12. Juli versammelten sich über 40 Teilnehmende im Ökumenischen Zentrum Los Rubios in Málaga, Spanien, für eine Sommerakademie zum Thema Religion und Populismus. Die aus christlichen, muslimischen und jüdischen Vertreterinnen und Vertretern zusammengesetzte Gruppe war der Einladung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und deren spanischen Partnern gefolgt. Diskussionsthema war die Rolle der Religionen auf einem europäischen Kontinent, auf dem populistische Politik an Einfluss gewinnt. Während Populisten die religiöse Identität oft als Instrument für Trennungen identifizierten, gehörten die Gläubigen zu den ersten, die unter einer Schwächung von demokratischen Werten und Rechtsstaatlichkeit leiden, betonten die Sprecherinnen und Sprecher.

Dr. Ibrahim Salama, Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte, beobachtete, dass Religionen oft über ihre Unterschiede wahrgenommen werden, die Betonung aber vielmehr auf den Verbindungen liegen sollte. Simona Cruciani, Büro der Vereinten Nationen für Verhütung von Völkermord in New York, rief die Religionen auf, den Aktionsplan der Vereinten Nationen für Religionsführer zur Verhinderung von Völkermord zu unterstützen. Dragana Filipovic, Botschafterin des Europarats bei den Vereinten Nationen, erklärte die Rolle des Europarates bei der Förderung und der Verteidigung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Europa.

Pastor Alfredo Abad der gastgebenden Spanischen Evangelischen Kirche richtete die Aufmerksamkeit auf das Schicksal von Francisco Manzanas und anderen protestantischen Pastoren in Spanien. „Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2012 entschied, dass Pastor Manzanas diskriminiert worden war, indem er nicht den gleichen Zugang zu einer staatlichen Pension hatte wie römisch-katholische Priester in Spanien, waren wir überzeugt, dass diese unfaire Behandlung nun aufhören würde“, bemerkte Abad. „Doch hat Spanien bis heute diese diskriminierende Gesetzgebung nicht geändert, trotz des Entscheides aus Straßburg. Dass wir für das Versagen des Staates, diese Pensionen zu bezahlen, aufkommen müssen, wird unsere Kirche früher oder später finanziell ruinieren. Deshalb sind wir dankbar, dass uns die KEK bei unseren berechtigten Forderungen unterstützt.“

Imam Sayed Razawi, Schottische Ahlul Bayt Society, und Michal Zilberberg, Jüdisches Gemeindezentrum in Europa in Brüssel, betonten, dass Diskriminierung mit sehr einfachen und allgemeinen Vorurteilen anfange, die eine ideologische Basis für Hassreden und populistische Hetze böten.

Als Zusammenfassung der Sitzungen in dieser Woche sagte Pastor Dr. Göran Gunner, Vorsitzender der Thematischen Referenzgruppe (TRG) Menschenrechte der KEK: „Religiöse Akteure können beim Kampf gegen Pouplismus, Rassismus und Intoleranz eine ausschlaggebende Rolle spielen.“ Er betonte, dass die KEK und ihre Mitgliedskirchen auf eine solide Tradition des Brückenbauens zurückblicken könnten, was hilfreich sei, das Verständnis zu bekämpfen, religiöse Identität baue auf Trennungen anstatt auf Dialog auf.

Aufbauend auf diesem fruchtbaren Austausch wird die TRG Menschenrechte auch weiterhin Diskussionen in Bezug auf Populismus und Religionsfreiheit fördern.

Erin Green
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