Tödliche Gewalt trübt Palmsonntag in koptischen Kirchen

Bild: Albin Hillert/ÖRK

Pressemitteilung Nr.: 17/13
10. April 2017
Brüssel

Bei tödlichen Bombenangriffen auf zwei koptisch-orthodoxe Kirchen in Ägypten wurden Berichten zufolge 44 Menschen getötet und viele duzend weitere verletzt. Kirchen im ganzen Land und in der ganzen Welt waren voll, anlässlich der Feierlichkeiten zum Palmsonntag, der die Osterwoche einleitet. Der erste Anschlag passierte bei der Mar Girgis-, oder St.-Georg-Kirche, in Tanta, einer großen Stadt zwischen Kairo und Alexandria, wo Gläubige zur Erinnerung an den Einzug Jesu Christi nach Jerusalem Palmzweige trugen. Stunden später gab es einen ähnlichen Anschlag bei der St.-Markus-Kathedrale in Alexandria, wo der koptische Papst Tawadros II durch die Liturgie führte.

Sofort verurteilten Kirchenleitende aus der ganzen Welt die Anschläge. Sie beteten für die Kirchen in Ägypten und sprachen Worte der Unterstützung. Papst Franziskus gedachte der Opfer in den Gebeten, die auf die Messe zum Palmsonntag folgen. „Der Koptischen Kirche und der ganzen geliebten Nation Ägypten drücke ich mein tiefes Beileid aus. Ich bete für die Toten und die Verletzten, und im Geist bin ich den Familienmitgliedern [der Gestorbenen und der Verletzten] sowie der ganzen Gemeinschaft nah.“

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) reagierte mit einem Aufruf zum Schutz des grundlegenden Menschenrechts, seine Religion durch Gottesdienst und Handlungen auszuüben. ÖRK-Generalsekretär Olav Fykse Tveit bemerkte: „Angesichts dieser brutalen Verbrechen müssen die Menschheit und alle gläubigen Menschen guten Willens zusammenstehen und sich mehr denn je zu ihrer Pflicht bekennen, ihren Nächsten mit Respekt und Fürsorge zu begegnen, sie zu schützen und derartige Akte der Gewalt zu verhindern.“

„Ägypten ist eines der Länder der Bibel, gesegnet durch die Gegenwart unseres Herrn“, bemerkte KEK-Generalsekretär Pater Heikki Huttunen. „Koptische Christen vertreten in diesem Land eine jahrtausendealte Kontinuität, die als eine der Wiegen der menschlichen Zivilisation angesehen wird. Friedliches Zusammenleben und gegenseitiger Respekt gehören zu den Erfahrungen von Christen und Muslimen, wenn sie Dörfer, Städte und die Felder dieses vom Nil genährten Landes miteinander teilen. Wir beten, dass die ägyptische Tradition gegenseitiger Gastfreundschaft zwischen Christen und Muslimen während Ostern und während des Ramadans allen Menschen in Ägypten, die diese von gottlosem Zorn und Übel verursachten Ereignisse durchmachen müssen, Widerstandskraft und Hoffnung geben.“

Die Konferenz Europäischer Kirchen trauert um den tragischen Verlust von Menschenleben an diesem heiligsten der Tage und spricht Seiner Heiligkeit Papst Tawadros II sowie den Gläubigen der Koptisch Orthodoxen Kirche ihr Beileid aus. Gemeinsam mit den Kirchen in Europa und allen Menschen guten Willens beten wir für unsere ägyptischen Brüder und Schwestern in Christus, die seit vielen Jahren aufgrund ihres Glaubens mit Tod und Verfolgung konfrontiert sind.

Erin Green
Kommunikations-Koordinatorin
Konferenz Europäischer Kirchen
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Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ist eine Gemeinschaft von 115 orthodoxen, protestantischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirchen aus ganz Europa sowie von 40 nationalen Kirchenräten und assoziierten Organisationen. Die KEK wurde 1959 gegründet. Sie hat Büros in Brüssel und Straßburg.



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