KEK-CCEE Botschaft anlässlich des Internationalen Tages der Roma

Press Release No: 16/09
7.April 2016
St. Gallen / Brüssel

Heute leben in ganz Europa zwischen 10 und 12 Millionen Roma: sie gehören zu den am stärksten benachteiligten und an den Rand gedrängten Völkern unseres Kontinents. Sie sind täglicher Diskriminierung ausgesetzt und der Zugang zu grundlegender Bildung, zu Wohnraum und Gesundheitswesen wird ihnen oft verweigert.

Eine lange Geschichte von Antiziganismus hat zu diesen beklagenswerten Bedingungen geführt. Über Jahrhunderte wurden Roma versklavt, gefoltert, ermordet und ihre Familien auseinandergerissen. Sie wurden gerichtlich verfolgt, vom Rest der Bevölkerung abgetrennt und ihre bürgerlichen Grundrechte wurden ihnen verweigert. Trotz alledem überlebten Roma-Minderheiten und  bewahrten ihre Kultur. Wir sind uns bewusst, dass nur ein sinnbringender Dialog aller Beteiligten – Roma und Nicht-Roma- zur Veränderung der Wahrnehmungen führt: nur so können Ängste überwunden und eine Integration, die die Identität der Roma respektiert, erreicht werden.

Anlässlich des Internationalen Tages der Roma am 8. April rufen die Generalsekretäre der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen  (CCEE) zu erneuten Bemühungen für Heilung und Versöhnung auf.

Wir ermutigen unsere christlichen Gemeinschaften in Europa, sich weiterhin für das Wohlergehen der Roma einzusetzen und aktiv daran zu arbeiten, Hassparolen und soziale Ausgrenzung zu beenden.  Wir rufen alle auf, Randgruppen willkommen zu heißen und ihre menschliche Würde als ein Geschenk Gottes zu wahren. Auch Roma-Völker mit ihren einzigartigen Traditionen, Glaubensüberzeugungen und Kulturen werden aufgerufen, als verantwortliche Bürger ihre Werte in die europäische Gesellschaft einzubringen.

Die Roma haben eine jahrhundertealte Tradition von geteilter europäischer Identität und Bewegungsfreiheit über politische, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Obwohl Roma zu den uransässigen Völkern Europas gehören, wurden sie nie als gleichwertig anerkannt und erhielten nie denselben Respekt und dieselbe Ehre wie andere Völker. Mehr als 600 Jahre nach ihrer Migration nach  Europa sind sie immer noch nicht vollständig akzeptiert. Die Tatsache, dass sie unter fortgesetzter Diskrimination und sogar Verfolgung leiden, ist eine Schande für alle europäischen Staaten. Wir müssen ihre Situation im Laufe der Jahrhunderte, während des Holocausts und heute sowie unsere Verantwortung dafür anerkennen.

Der Ausweg aus der aktuellen schwierigen Situation der Roma und ihrer Familien besteht in Ausbildung, Arbeit und Glauben. Ihre Eingliederung in unsere Gesellschaft ist ein notwendiges Zeichen unseres Engagements für eine geteilte europäische Identität und die Freizügigkeit von Personen, Handel und Ideen in Europa.

Für mehr Information oder ein Interview kontaktieren Sie bitte:
Erin Green
Kommunikationskoordinatorin
Konferenz Europäischer Kirchen

Rue Joseph II 174, B-1000 Brüssel
Tel: +32 2 234 68 42
Fax: +32 2 231 14 13
E-Mail: eeg@cec-kek.be
Website: www.ceceurope.org
Facebook: www.facebook.com/ceceurope
Twitter: @ceceurope

Thierry Bonaventura
Pressereferent der CCEE
Tel. +41 71 227 6044, mobil +41 79 12 80 189
e-mail  bonaventura@ccee.eu

Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ist eine Gemeinschaft von 114 orthodoxen, protestantischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirchen aus aller Teilen Europas, sowie 40 Partnerorganisationen. Sie wurde 1959 gegründet und hat Büros in Brüssel und Straßburg.

Dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gehören als Mitglieder die derzeit 33 Bischofskonferenzen Europas an, vertreten durch ihre Präsidenten sowie die Erzbischöfe von Luxemburg und des Fürstentums Monaco, der Maroniten auf Zypern, dem Bischof von Chişinău (Moldau), dem Eparchialen Bischof von Mukachevo und dem Apostolischen Administrator von Estland. Gegenwärtiger Vorsitzender ist Kardinal Péter Erdő, Erzbischof von Esztergom‐Budapest, Primas von Ungarn. Stellvertretende Vorsitzende sind Kardinal Angelo Bagnasco, Erzbischof von Genua und Mgr Angelo Massafra, Erzbischof von Shkodrë ‐Pult (Albanien). Generalsekretär ist Mgr. Duarte da Cunha. Der Sitz des Sekretariates befindet sich in St. Gallen (Schweiz). www.ccee.eu



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